Eine Brücke ganz ohne Nägel, Schrauben oder Seile: Die sogenannte Leonardo-Brücke besteht nur aus gleich langen Stäben, die so ineinander verschränkt werden, dass sie sich gegenseitig halten. Je mehr Gewicht darauf liegt, desto fester sitzt sie. Ein faszinierendes Teamprojekt, das Technik und Zusammenarbeit verbindet.
Auf einen Blick
- Art: Bau- und Teamaktion
- Alter: ab 8 Jahren (Modell), ab 10 Jahren (große begehbare Brücke)
- Gruppengröße: 3–20 Kinder, in Teams von 3–6
- Ort: drinnen (Modell) oder draußen auf Rasen (große Brücke)
- Dauer: 30–90 Minuten
- Vorbereitung: 20–60 Minuten (Holz besorgen und zuschneiden)
- Aufwand: mittel
- Schwierigkeit: anspruchsvoll – das Prinzip muss man einmal verstanden haben, danach geht es schnell
Material
- Tischmodell: pro Team 15–30 gleich lange Stäbe (Eisstiele, Bleistifte, Schaschlikspieße oder Holzleisten von ca. 20 cm)
- Große Brücke: 20–30 Rundhölzer oder Dachlatten, ca. 1,5–2 m lang, gleich lang und mit einigen Kerben (Nuten), damit nichts verrutscht
- optional: Zeichnung oder Video der Bauweise, Bilder von Leonardo da Vincis Entwürfen
- Handschuhe beim großen Bau
Vorbereitung
Stäbe zuschneiden und eventuell Kerben einsägen (an beiden Enden und in der Mitte). Das Bauprinzip vorher selbst einmal ausprobieren, sonst steht man vor der Gruppe und es fällt zusammen. Ein Foto oder eine Skizze des Musters bereithalten.
Ablauf
- Kurze Geschichte: Leonardo da Vinci entwarf um 1500 Brücken, die schnell auf- und abgebaut werden konnten.
- Grundprinzip: Zwei Stäbe liegen parallel auf dem Boden (Längsträger). Ein Querstab wird darübergelegt. Zwei weitere Längsstäbe werden unter diesen Querstab geschoben und liegen auf dem ersten Paar auf. Darüber kommt der nächste Querstab, und so weiter: Längsstäbe gehen abwechselnd über und unter die Querstäbe.
- Die Teams bauen zunächst ein kleines Modell auf dem Tisch und testen, wie viel Gewicht es trägt.
- Wer das Prinzip verstanden hat, baut die große Version auf dem Rasen. Ein paar Kinder halten, die anderen schieben die nächsten Stäbe ein.
- Zum Schluss Belastungstest: mit Büchern (Modell) oder vorsichtig einem leichten Kind (große Brücke).
Varianten
- Wettbaurunde: Welches Team baut die längste frei tragende Brücke?
- Ohne Worte: Die Teams dürfen nur mit Gesten kommunizieren.
- Andacht: Brücken bauen zwischen Menschen oder zwischen Gott und Mensch.
Tipps und Hinweise
- Große Brücken nur bei niedriger Höhe (unter einem Meter) begehen lassen, mit Hilfestellung an beiden Seiten.
- Stäbe müssen exakt gleich lang sein, sonst wird die Brücke schief.
- Frust einplanen: Die ersten Versuche stürzen fast immer ein. Das gemeinsame Herausfinden ist Teil des Erlebnisses.